Mit dem „GO Wheelchair“ hat der britische Designer Benjamin Hubert gemeinsam mit dem 3D-Druck-Dienstleister Materialise einen individuell anpassbaren Rollstuhl mit einem 3D-Drucker hergestellt. Der Rollstuhl aus dem 3D-Drucker bringt zahlreiche praktische Vorteile für Rollstuhlfahrer mit sich.
Der Londoner Designer Benjamin Hubert hat mit seiner Firma „Layer“ und dem 3D-Druck-Dienstleister Materialise den weltweit ersten Rollstuhl mit einem 3D-Drucker gebaut. Der „GO Wheelchair“ wird auf der Clerkenwell Design Week 2016 vorgestellt und kann bereits auf der Website von Layer angesehen werden.
Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen Hubert und Materialise war ein maßgeschneiderte Rollstuhl für alltägliche Nutzer. Das Design-Team arbeitete sechs Monate lang mit ein paar Dutzend Rollstuhlfahrern, Ärzten und Spezialisten zusammen, um die Mängel und Grenzen traditionell hergestellter Rollstühle zu lösen. Sie betrachteten den Rollstuhl als ein Gerät für Konsumenten und dementsprechend sollte er auch auf die individuellen Bedürfnisse personalisiert werden können.
Wie Hubert berichtet, wurde die 3D-Drucktechnologie dazu verwendet, um signifikante und wichtige Probleme konventioneller Rollstühle zu lösen. Die 3D-Drucktechnologie sei am besten geeignet, die einzigartige Körperform eines Jeden zu erfassen und zu digitalisieren, um basierend auf dieser Datenbasis ein individualisiertes Produkt herzustellen, welches die Leistung gegenüber bisheriger Rollstühle verbessert.
Im Rahmen der Entwicklung des „GO Rollstuhls“ erfolgte zunächst ein Body-Mapping-Prozess, bei dem die Größe, Gewicht und Körpermaße sowie die Körperbehinderung der Patienten erfasst wurden. Auf Basis der Messdaten wurden die Sitze und Fußstützen gestaltet, verbunden mit einer Verbesserung des Komforts, bei gleichzeitiger Reduzierung der Verletzungsgefahr.
Das Ergebnis ist ein Rollstuhl in einem schlanken, modernen Design. Beim „GO Wheelchair“ wurde auf unnötige Komponenten verzichtet und sich auf die wesentlichen Elemente konzentriert. Das Gewicht des Rollstuhls konnte durch diese Maßnahmen erheblich reduziert werden und führt zu einer geringeren körperlichen Belastung für den Benutzer. Ebenso wurde das Verletzungsrisiko und das Risiko einer chronischen Arthritis – eine typische Erkrankung bei Rollstuhlfahrern – minimiert.
Der leichtgewichtige Titan-Rahmen und die schmalen Titan-Fußstützen ersetzen sperrige veraltete Konstruktionen klassischer Rollstühle. Die Fußstützen verfügen über eine Anti-Rutsch-Oberfläche und wurden perfekt auf die Beinlänge des Benutzers angepasst. Die Räder besitzen leichte Kohlefaser-Speichen und sind mit High-Grip-Push-Felgen ausgestattet. Das „Rollstuhl-Handschuh-System“ erlaubt es den Rollstuhl leichter zu vorwärts zu bewegen, vor allem bei Nässe.
Der ergonomische Sitz wurde aus einem halbtransparenten Harz und thermoplastischen Polyurethan (TPU) gefertigt. Dies resultiert in einer stoßdämpfenden Schicht zwischen dem Rollstuhlfahrer und dem gedruckten Titanrahmen. Das reduzierte Gewicht führte zu einer leichteren Beweglichkeit des Rollstuhls und mit den Handbremsen kann er im Notfall einfach gestoppt werden.
Benjamin Huberts Unternehmen Layer arbeitet an einer App, die dazu dienen soll, das Design des Rollstuhls weiter zu verbessern. Die Rollstuhlfahrer können zwischen Farben, optionalen Funktionen und Zubehör wählen. Nach Angaben des Designers kann der „GO Wheelchair“ innerhalb von zwei Wochen direkt aus der App heraus hergestellt und anschließend ausgeliefert werden.
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